Bestürzung nach Pressekonferenz

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Unfassbar. Die Lehrpersonen der HOB konnten es nicht glauben, was bei der Pressekonferenz  zur Oberstufenreform ans Tageslicht kam. Die von der HOB Bozen mit Vehemenz geforderte WWH-Richtung (Weltwirtschaft und Handel) ist weiterhin nicht im Schulverteilungsplan vorgesehen. "Dies, weil an den anderen Standorten in Bozen bereits ganz ähnlich ausgerichtete Schulen im Angebot sind", so Landesrätin Sabina Kasslatter Mur.


"Wir werden uns mit allen Mitteln gegen diese völlig unverständliche Entscheidung wehren", sagte eine entsetzte Direktorin Barbara Pobitzer. "Durch die Fachrichtung Weltwirtschaft und Handel entstehen dem Staat bzw. Land überhaupt keine zusätzlichen Kosten, es wären keine neuen Einrichtungen notwendig. Und wir hätten eine Nachfolgerichtung für die beiden so wichtigen Fachrichtungen Wirtschaft und Sprachen und Europa/Brocca. Wieso man uns gerade die Richtung, auf die wir den größten Wert legen,  nicht zugestehen will, ist uns absolut unerklärlich."

Die WWH-Richtung wird nach derzeitigem Stand nur in Auer und Sand in Taufers angeboten. "Für uns ist diese Richtung absolut prioritär. Wir würden eventuell auch auf die Fachrichtung Tourismus verzichten. Aber die Nichtzuteilung WWH-Richtung, die im heurigen Schuljahr fünf von acht ersten Klassen ausmacht, können wir auf keinen Fall akzeptieren", so Pobitzer.

Landesrätin Sabina Kasslatter Mur und Schulamtsleiter Peter Höllrigl erklären, dass in Bozen mit dem Sprachgymnasium bereits eine ähnlich ausgerichtete Schule im Angebot ist. Dies kann Pobitzer überhaupt nicht nachvollziehen: "Dass das Sprachgymnasium und die Richtung Weltwirtschaft und Handel ähnlich ausgerichtet sind nur weil sie jeweils eine vierte Sprache anbieten, ist schon weit hergeholt. Diese beiden Schultypen sind völlig unterschiedlich."

Wenige Stunden nach der Pressekonferenz verfasste der am gleichen Tag zusammengetretene Elternrat der HOB einstimmig eine Petition an die Landesregierung, bei der die Zuteilung der Fachrichtung WWH mit Nachdruck gefordert wird. Auch die Elternvertreter zeigten Unverständnis für die Entscheidung der Reformkommission. Insbesondere die Eltern der Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse Wirtschaft und Sprachen äußerten große Besorgnis, dass diese Richtung nun auslaufen könnte.
 
 
 
In der untenstehenden Übersicht die Verteilung der 38 HOB-Klassen im Schuljahr 2010-11.

Die Fachrichtung WWH, Nachfolgerin der Europa/Brocca-Richtung (violett gefärbt) und der vor zwei Jahren so erfolgreich eingeführten IGEA-WS-Richtung (rot), wird  der HOB Bozen verwehrt. Die Europa- und WS-Richtung stellen heuer 20 von 38 HOB-Klassen.

Zugestanden werden der HOB die Richtung Verwaltung, Finanzen und Marketing (Nachfolgerichtung der bisherigen IGEA- bzw. IGEA-Sport-Richtung/im Bild in orange und blau), die Richtung Verwaltung, Finanzen und Marketing mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik (Nachfolgerichtung der WI-Richtung/im Bild in gelb) und die neue Fachrichtung Tourismus.

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Der Antrag der HOB um Zuweisung des Schwerpunkts Weltwirtschaft und Handel


Sehr geehrte Frau Landesrätin Dr. Sabina Kasslatter Mur!
Sehr geehrter Herr Schulamtsleiter Dr. Peter Höllrigl!
 

Mit großem Erstaunen stellen wir, die Handelsoberschule „H. Kunter " in Bozen, fest, dass der internationale Schwerpunkt Weltwirtschaft und Handel an unserer Schule und damit in der Landeshauptstadt Bozen nicht angeboten werden soll, sondern südtirolweit ausschließlich an der Handelsoberschule in Auer. 
Die Handelsoberschule Bozen kann nicht hinnehmen, dass ihr gerade jene Ausbildungsbereiche genommen werden sollen, die von der Wirtschaft gefordert werden und in denen sie als Vorreiterin viel Erfahrung gesammelt hat und sehr erfolgreich ist. 

Zurzeit gibt es an der HOB 10 Klassen der Fachrichtung Europa und 10 Klassen der erst vor drei Jahren erfolgreich eingeführten Fachrichtung „Wirtschaft und Sprachen". Neben einer guten wirtschaftlichen Ausbildung lernen die Schüler/Innen auch die Wirtschaftssprachen Englisch, Spanisch oder Französisch. Genau sie sind die Zielgruppe für den neuen Schwerpunkt Weltwirtschaft und Handel, den es, obwohl erfolgreich bewährt, (20 Klassen! = 417 Schüler und Schülerinnen) an unserer Schule und damit in der Nähe der größten Handelsbetriebe im Raum Bozen nicht mehr geben soll (Anlage 1). Im SJ 2010/11 haben wir vier 1. Klassen Wirtschaft und Sprachen und eine 1. Klasse Europa mit 103 Schülerinnen und Schülern, welche sich offensichtlich für eine internationale Ausrichtung entschieden haben.
 

Die Handelsoberschule Bozen ist die größte Wirtschaftsschule und Oberschule des Landes mit 770 Schülern. Es ist und war ihr immer ein großes Anliegen, diese durch neue Lernangebote, durch verstärkte Ausrichtung auf den Erwerb der Wirtschaftssprachen und durch mehr internationale Ausrichtung der Lernprogramme auf ein weiterführendes Studium oder auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Es war die Handelsoberschule Bozen, die als erste Wirtschaftsschule des Landes den Bereich Informatik für alle Schüler verpflichtend eingeführt hat. Es waren wir, die durch neue Fachrichtungen den Anforderungen der Wirtschaft Rechnung getragen haben, die Schule nach außen geöffnet haben durch Betriebspraktika gekoppelt mit Schüleraustausch in Deutschland und im oberitalienischen Raum. Auch heuer ist ein internationales Projekt „LIFE e Quality?" der Universität Innsbruck gestartet, an welchem die 4 A Europa mit Schulklassen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz teilnimmt.

In der Landeshauptstadt mit den vielen international ausgerichteten Unternehmen, der Universität vor der Haustüre würde also in Zukunft dieses wichtige Angebot fehlen. Wir weisen darauf hin, dass ein großer Teil unserer Absolventen an der Uni Bozen ein Wirtschaftsstudium fortsetzt. Die HOB Bozen ist eine der größten „Zulieferer " der Wirtschaftsfachrichtung an der Uni Bozen.
 

Die angestrebte Dezentralisierung durch die ausschließliche Ansiedelung dieses internationalen Schwerpunkts in der Peripherie ist sicherlich nicht im Sinne der Schüler und Eltern, weil man damit entweder unnötig Pendler schafft oder sie - weil sie nicht pendeln wollen - einer Wahlmöglichkeit beraubt, die in den letzten Jahren für so viele attraktiv war. Eine Übersicht der Herkunftsgebiete unserer Schüler und Schülerinnen der internationalen Richtungen liegt bei (Anlage 2).
 

Der Schwerpunkt Weltwirtschaft und Handel ist lt. Linee Guida DPR Nr. 88 vom 15.03.2010 international ausgerichtet und hat die internationalen Handelsbeziehungen und die damit zusammenhängenden unterschiedlichen wirtschaftlichen, kulturellen und geopolitischen Gegebenheiten zum Schwerpunkt. Die Schüler sollen nach dem Besuch dieses Schwerpunkts über die notwendigen technischen, kulturellen und sprachlichen Kompetenzen verfügen. Und gerade in diesem Sinne stehen die in diesem Schwerpunkt gelehrten Wirtschaftssprachen in keiner Weise in Konkurrenz zum neusprachlichen Gymnasium. Unsere Schüler wollen Wirtschaft studieren und in Wirtschaftsbereichen tätig sein und bekommen deshalb einen anderen Zugang zu den Fremdsprachen als in einem Sprachenlyzeum, wo doch auch stark der literarische Aspekt behandelt wird.

Zudem belegen die Einschreibungen für das SJ 2010/11, dass das Humanistische Gymnasium zwei 1. Klassen der Neusprachlichen Fachrichtung mehr als im SJ 2009/10 hat. Auch diese Tatsache belegt, dass unsere Schulen andere Zielgruppen haben. 

Durch die Ansiedlung des Schwerpunktes Weltwirtschaft und Handel entstehen keine Mehrkosten, da ausreichend Infrastruktur und Lehrpersonal vorhanden sind.
 

Das Lehrerkollegium ist der Meinung, dass an der HOB Bozen aufgrund des großen Einzugsgebietes, seiner zentralen Lage und vor allem der großen Schülerzahl (770 !) alle vom Staat vorgesehenen Fachrichtungen und Schwerpunkte angeboten werden müssen. 

Wir ersuchen Sie daher die Verteilung der Bildungslandschaft zu überdenken und bitten auch um die Zuweisung des Schwerpunkts Weltwirtschaft und Handel.


Mit freundlichen Grüßen

Die Schuldirektorin


Dr. Barbara Pobitzer Stampfl

 
 
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