Ehemaliger HOB-ler als Wetterfrosch im ORF

sigi fink Von der HOB Bozen in die  Wetterredaktion des ORF: Der Bozner Sigi Fink hat dies geschafft. Seit zwei Jahren informiert uns der ehemalige HOB-Kunter-Schüler im österreichischen Rundfunk mit Können, Witz und Humor über das akutelle Wettergeschehen. Im Bild der 28-Jährige in der Ö3-Redaktion.

 
Interview mit Sigi Fink  (aus der Tageszeitung "Dolomiten")

Wien. Seine Schwester sagte einst, sie fresse einen Besen, wenn aus ihm nicht einmal ein „Wetterfrosch“ würde. Bei der Jungschar fragten sie ihn, ob das Wetter fürs Indianer-Spielen hält. Und auf dem heimatlichen Hof galt er alsbald als „Wettermacher“: Sigi Fink aus Bozen (28) ist heute tatsächlich Wetterfrosch bei Hitradio Ö3. Den Sprung von der Begeisterung für Meteorologie direkt in die Wetterredaktion des größten österreichischen Radiosenders – diesen Sprung hat Sigi Fink mit Bravour gemeistert.

Dass Sigi Fink heute bei Ö3 ein- und ausgeht, sich jedes Jahr darauf freut, den ersten Schnee anzukündigen und sich auch so manches Mal über die Nebel-Sonnen-Wetterlage am Morgen ärgert, verdankt er auch dem Glück, wie er selbst betont.

Nichtsdestotrotz: Von der schlichten Faszination für Wetterphänomene bis hin zum „Wettermann“ bei Ö3 war es dann doch ein nicht ganz einfacher Weg. Nach der Matura an der Handelsoberschule studierte der Bozner Meteorologie in Innsbruck – eine folgenschwere Entscheidung, denn das Studium war nicht ganz ohne.

„Vor allem im ersten Abschnitt gab es sehr viel Mathematik und Physik. Was ich an Physik in der Oberschule gelernt hatte, reichte nicht aus, um mitzukommen. Und Mathe war nie meine Stärke! Manchmal wollte ich schon aufgeben.“ Aber der ehrgeizige Student klemmte sich dahinter und verbrachte ganze Tage in der Bibliothek. Gerade in dieser Zeit verlor er sein großes Ziel nicht aus den Augen: den ORF in Wien.

Und er biss sich durch: Der zweite Studienabschnitt war wesentlich spannender. „Da ging es dann um Wettervorhersagen. Da sind dann die Wolken gekommen...“ Synoptik, Wolkenbeobachtungen... – also viel Praxis. In einem Kurs musste immer jemand für einen Tag das Wetter genauestens beobachten und im Kurs eine Prognose für die nächsten Tage und die nächste Woche abgeben. Prognostiziert wurde in einer Power-Point-Präsentation die Wetterlage in Europa, in Österreich und schlussendlich auch eine Punktprognose für Innsbruck.

Mit Hartnäckigkeit ans Ziel

Das war dann natürlich schon etwas ganz anderes – und es gefiel dem „Wetter-Sigi“ sehr. Als er dann einmal seine Prognose vorstellte, war rein zufällig ein Südtiroler Kollege anwesend: Es war niemand geringerer als Daniel Schrott, Meteorologe bei Ö3. Er schlug Sigi Fink vor, sich doch für ein Praktikum beim ORF zu bewerben.

Der ließ sich das natürlich nicht zwei Mal sagen, war es doch schon länger sein großer Traum. Allerdings fiel seine Bewerbung schon in die Zeit der Krise. Das heißt, Neuanstellungen waren rar, als Student einen halbwegs sicheren Arbeitsplatz zu finden, schien fast unmöglich. Auf seine Bewerbung erhielt er keine Antwort – eine Situation, in der sich Praktikanten sehr häufig finden.

Aber anders als viele ließ sich Sigi Fink davon nicht beeindrucken. „Ich hab mir das so in den Kopf gesetzt! Dann bin ich denen so lange auf die Nerven gegangen, habe angerufen, ich habe ihnen gesagt, dass ich auch ein paar Wochen gratis arbeiten würde – wenn ich nur das Praktikum bekomme.“

„Es ist immer wieder ein Erfolgserlebnis, wenn man dem Hörer wirklich das richtige Wetter vorhergesagt hat.“ Sigi FinkIm Frühjahr 2008 bekam er sein Praktikum im Funkhaus – und hatte von da an seinen Fuß fix in der Tür des ORF. Im April 2011 kam der Wechsel zu Ö3.

Dort, im 19. Wiener Gemeindebezirk in der Heiligenstädter Lände 27c im zweiten Stock, fühlt er sich nun schon wie zu Hause: Seit Juni 2012 ist er fix angestellt. Mittlerweile berichtet er mit Selbstverständlichkeit von Kollegen und Kolleginnen, deren Namen man sonst nur aus dem Radio kennt: „Mit Robert Kratky im Studio zu stehen, erfordert viel Schlagfertigkeit, Andi Knoll ist ganz anders, Spaß macht es mit beiden!“

Im Herbst 2011 durfte Sigi Fink erstmals vor das Ö3-Mikro. „Damals, als ich das erste Mal bei Ö3 gesprochen habe, stand der Wetterchef direkt hinter mir. Da habe ich vielleicht geschwitzt! Wenn man bedenkt, wie viele Leute einem da zuhören!“

Nervös sei er aber immer noch, nervös vor allem aus Angst, sich zu versprechen. Seit einiger Zeit versuche er nämlich, von den geschriebenen Texten wegzukommen und freier zu sprechen.

Ist Sigi Fink also am Ziel seiner Träume angekommen? „Was den Radiobereich betrifft, ja. Der Ö3-Wecker ist die größte und wichtigste Morning-Show in Österreich, darüber gibt es nichts.“ Also hat sich der ehrgeizige Bozner natürlich längst neue Ziele gesteckt. Nächste Station: Fernsehen. Genauer gesagt: die Zeit im Bild, kurz ZiB. „Aber das hat noch Zeit“, so Sigi, „Derzeit fühle ich mich wohl, wo ich bin.“

Der Dialekt: Willkommenes Südtirol-Spezifikum

Sigi Fink ist stolz darauf, aus Südtirol zu kommen, stolz darauf, Südtiroler zu sein. Den Anschluss an seine Landsleute hat er im Ausland aber dennoch nie wirklich gesucht.

„Ich hatte nie das Bedürfnis danach. Wir hatten zu Hause selbst einen Gastbetrieb, da war es für mich das Selbstverständlichste der Welt, schon während des Studiums in Innsbruck neue Menschen kennenzulernen.“

Seine dialektale Färbung zu bewahren, hat er immer versucht, und das ist ihm auch gelungen. „Wir Südtiroler haben im Ausland immer das Bedürfnis, unseren Dialekt zu verbergen, zu verstecken, woher wir eigentlich kommen. Das kannst du hier beim Radio natürlich nicht machen – wenn du zu schönes Deutsch sprichst, rufen die Leute beim Sender an und fragen: ,Wos will denn dea Piefke do?'.“

So hat sich zwar nach und nach ein Hauch des österreichischen Dialektgemischs in seine Alltagssprache gemischt, aber er habe das mit der Übung sehr gut in den Griff bekommen. „Ich weiß jetzt, wann ich einen dialektalen Ausdruck einwerfen kann und wann nicht. Wenn ich spontan auf eine Frage des Moderators antworte, dann kann das schon mal vorkommen, ansonsten gehe ich etwas sparsamer damit um“, berichtet er.

Trotz alldem hat er Südtirol vor allem in seiner ersten Zeit in Wien vermisst: Seit 2008 lebt er nun mehr oder weniger ständig in Wien. Seit er auch im Ö3-Wecker für das Wetter zuständig ist, sei es viel schwieriger, frei zu bekommen als früher, berichtet er.

„Damals war ich in der Redaktion, das war ein Schreibtischjob, jetzt ist das schon was ganz anderes. Jetzt muss ich mir mit meinem Kollegen ausmachen, wer welche Woche macht. Und wenn jemand krank wird, müssen wir eben füreinander einspringen!“

Was den Wetterfrosch begeistert

Das sei zwar ein Nachteil, tauschen würde er aber trotzdem nicht mehr. Was Sigi Fink an seinem Beruf fasziniert, das ist der erste Schnee jedes Jahr – vor allem, wenn er ihn voraussagen darf –, das sind Unwetter, die interessanterweise sehr häufig wegen des Wiener Waldes eine Schleife ziehen und doch nicht nach Wien kommen. Das macht die Prognosen natürlich nicht gerade einfacher. Aber es ist immer wieder ein Erfolgserlebnis, „wenn man dem Hörer wirklich das richtige Wetter vorhergesagt hat“.

Und obwohl er so begeistert ist, von dem, was er tut: Sein Ziel, die ZiB, muss Sigi Fink erst noch erreichen. Wie er das schaffen will, dafür hat er ein einfaches Rezept – das wohl für alle Berufseinsteiger gilt: immer an das große Ziel glauben.

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