Weiter Hoffen auf das Wasserstoffauto

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"Es geht deutlich langsamer als erwartet", sagt der Chef des Wasserstoffzentrums, Walter Huber (im Bild an der H2-Tankstelle in Bozen Süd). Das innovative Zentrum gibt es nun schon seit fast zehn Jahren, die Technologie hat sich aber noch nicht entscheidend durchgesetzt. Huber ist dennoch überzeugt, dass das Wasserstoffauto seinen Weg machen wird und sich neben dem Batterie-Elektroauto positionieren wird. Dies erklärte er den Schülern der 3 B-WS bei einem interessanten Vortrag im Konferenzraum des H2-Zentrums.

 
"Derzeit fahren in Südtirol zehn PKWs und fünf Busse mit Wasserstoff - und dies seit vier Jahren", erklärte Walter Huber den WFO-lern. "Einige weitere Busse sind aber schon bestellt. Sie sind mittlerweile nur mehr halb so teuer wie vor 5 Jahren - eine halbe Million statt einer Million Euro -  und sie werden von den Fahrgästen wegen ihrer fast lautlosen Fahrweise und auch von den Busfahrern besonders geschätzt. In wenigen Jahren dürften die Busse etwa gleich viel kosten wie ein Diesel-Bus (ca. 250.000 Euro), dazu sind sie unvergleichlich umweltfreundlicher. Leider hat die Autoindustrie noch nicht richtig angebissen. Man setzt mehr auf Elektroautos."

Derzeit wird in Mitteleuropa das H2-Tankstellennetz ausgebaut. In Deutschland gibt es schon mehr als 50 Tankstellen, damit sind die Deutschen weltweit führend. An die 40 weitere sind geplant. In Österreich gibt es vier Tankstellen in Innsbruck, Graz, Wien und Asten. In Bozen entstand 2014 die erste Tankstelle in Italien.

"Südtirol ist die erste Region in Italien, die ein Wasserstoffzentrum aufgebaut hat und gehört hier zu den innovativsten Regionen in Europa in diesem Bereich", sagt Walter Huber.


Das Wasserstoffzentrum H2 South Tyrol

Erneuerbare Energie in Form von Wasserstoff speichern und als Treibstoff „made in Südtirol" an emissionsfreie Fahrzeuge weitergeben – dies ist eines der Ziele des Projektes H2-Südtirol. Hierfür wurde in Kooperation mit der Brennerautobahn und über Finanzierung des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung das Wasserstoffzentrum in Bozen Süd errichtet.

Forschung, Entwicklung und Anwendungen im Bereich Wasserstoff gehören mit zu den innovativsten und vielversprechendsten Technologien, welche in den nächsten Jahren viele hoch qualifizierte Jobs und Betätigungsfelder für innovative Betriebe schaffen werden. Am Wasserstoff-Zentrum findet deshalb ein reger Know-how Austausch mit der heimischen Wirtschaft, Schulen und Universitäten statt.

Die Produktionsanlage in Bozen Süd ist eine der größten und modernsten dieser Art in Europa. Über drei modulare Elektrolyseanlagen können bis zu 180 Nm3 (Normkubikmeter = m3 bei 15°C) Wasserstoff pro Stunde erzeugt werden. Mit diesem gasförmigen und komprimiert gespeicherten Wasserstoff können bis zu 15 Stadtbusse (mit täglich 200-250 km Fahrtstrecke) oder bis zu 700 PKWs versorgt werden. Abfüllanlagen für Flaschenbündel sind bereits vorgesehen.

Das Wasserstoffzentrum Bozen wurde als Pilot- und Demonstrationsanlage konzipiert: Hier können alle interessierten Besucher sehen und erfahren, wie aus erneuerbarer elektrischer Energie ein schadstofffreier Treibstoff entsteht und wie dieser dann von elektrisch angetriebenen Brennstoffzellen-Fahrzeugen an der angrenzend errichteten Wasserstoff-Tankstelle getankt wird.

Derzeit sind in Bozen 5 Brennstoffzellen-Stadtbusse des von der EU geförderten „CHIC“ Projektes im Einsatz. Seit August 2014 können interessierte Betriebe und Privatpersonen einen von insgesamt zehn Brennstoffzellen-PKWs der Marke Hyundai ix35 FC mieten.

Südtirol verfügt über rund 1000 Wasserkraftwerke und über jede Menge Photovoltaikanlagen: Damit besitzt das Land ideale Voraussetzungen für die Errichtung von einer Wasserstoffinfrastruktur als Speicher für erneuerbare Energie.

Wasserkraft und Photovoltaik liefern Strom nicht unbedingt dann, wenn wir ihn brauchen, sondern wenn die Witterung es zulässt. Somit geht sehr viel Strom ungenutzt verloren. Wasserkraftwerke reduzieren während der Nacht aufgrund fehlender Abnehmer die Produktion, das Wasser fließt ungenutzt ab. Wenn die Stromproduktion jedoch kontinuierlich wäre und die Überkapazitäten zur Wasserstoffherstellung verwendet würden, so würde die Stromerzeugung effizienter und das so erzeugte H2 könnte als Ersatz für fossile Energiequellen dienen - mit allen damit verbundenen Vorteilen.

 

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Die Klasse 3 B-WS mit Prof. Luis Trojer.

 

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Auch die Photovoltaik wird im Wasserstoffzentrum groß geschrieben.

 

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Die Handelsoberschüler vor dem Konferenzraum des Wasserstoffzentrums.


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Ein Biotop mitten in der "Spaghettata" in Bozen Süd.

 

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Der eineinhalbstündige Vortrag kam bei den Schülern gut an.

 

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"Wasserstoff-Vater" Walter Huber bei der Vorstellung im H2-Konferenzraum.

 

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Die einzige Wassterstoff-Tankstelle in Südtirol befindet sich in Bozen Süd: Hier werden derzeit in der Regel 10 PKWs und 5 Busse pro Tag betankt.

 

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Interessanter Anmarsch zu Fuß: Der Zugang führt von der Bozner Messe zur Giottostraße und dann unterhalb der Aubobahn-Mauthäuschen zum Parkplatz Firmian.

 

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Derzeit sind lediglich diese zehn PKWs des H2-Zentrums sowie fünf Stadtbusse mit Wasserstoff unterwegs.

 

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Ein Bericht der Tageszeitung Dolomiten aus dem Jahr 2014.

 

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Samstag 17.11.2018

70 Jahre HOB/WFO

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