Südtiroler in der Waffen-SS

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Der Schulalltag nach der Ferienwoche im März begann für vier Abschlussklassen und eine vierte Klasse mit einem Vortrag des Historikers und Schriftstellers Thomas Casagrande über ein trauriges Kapitel der Südtiroler Geschichte: „Südtiroler in der Waffen-SS“.

Casagrande kam nicht als Wissenschaftler, sondern als jemand, dessen eigene Familiengeschichte eng mit dem Thema verbunden ist. Sein Vater, der in Neumarkt geborene Otto Casagrande, trat 1940 der Waffen-SS bei. Ein Leben, das ihn von der Front zu Veteranentreffen führte - und das er 1990 mit einem tödlichen Herzinfarkt beendete. Der Sohn wollte mehr wissen: Was bleibt von den Männern, die einst als Elitesoldaten der SS dienten, in ihren Familien? Wie prägt die Vergangenheit das Leben ihrer Kinder und Enkel?

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Antworten suchte er in Gesprächen mit eben jenen Nachkommen. Daraus entstand sein jüngstes Buch „Schatten - Unsere Väter in der Waffen-SS“. Der Vortrag zeichnete die Spuren dieser Biografien nach und stellte sie den Schüler:innen vor. Nicht nur mit Worten, sondern auch mit historischen Fotos und Briefauszügen, die das Gesagte mit Gesichtern und Handschriften verbanden. Eine traurige, aber eindrucksvolle Reise in eine Vergangenheit, die näher ist, als man denkt.

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Die Fragen aus dem Publikum zeigten das Interesse des Publikums. Eine Schülerin wollte wissen, welche Rolle die Mutter von Otto Casagrande in der Familie spielte - eine Perspektive, die oft übersehen wird. Ein anderer Schüler interessierte sich für Casagrandes Einschätzung des jüngsten Wahlergebnisses in Deutschland. Der Historiker nahm sich die Zeit, auf diese Fragen einzugehen.

Der Vortrag wurde von der Mediathek organisiert.